21. November 2016 by George Anakin News 1

Das Model und der Fotograf

Das Model und der Fotograf

last_shot_webDer Ruf der Professionalität und der Seriosität unter dem Berufstand des Fotografen war noch vor einigen Jahren ein Muss, um gute und anspruchsvolle Arbeit zu gewährleisten. Der Unterschied zwischen einem professionellen Fotografen und einem reinen Amateur war sowohl für Models als auch Auftraggeber leicht einzuschätzen.

Mit zunehmender Selbstpräsentation jedoch, insbesondere im Internet, sank in den letzten Jahren der Anspruch erheblich. Immer mehr Amateure entdeckten neue Möglichkeiten innerhalb der Model- und Fotobranche, nicht nur, um schnelles Geld zu verdienen und den einen oder anderen ordentlich über das Ohr zu hauen, sondern auch, um ein Hobby auszuleben bzw. den eigenen Geschlechtstrieb.

Gerade im Internet zeigen sich auf einmal etliche Fotografen und Models ohne Hintergrund, häufig bei letzteren sogar ohne tatsächlich die Ansprüche einer Modelagentur zu erfüllen. Unwissenheit und fehlende Qualität führen dann weiterhin zu den gefürchtet schlechten Erfahrungen, die sowohl ein Model mit einer fragwürdigen Agentur als auch ein Fotograf mit einem Model erfährt, das den Ansprüchen einfach nicht genügt.

Das Model und der Fotograf Das Model und der Fotograf fashion weekFotografen und Agenturen müssen, wie die Models, ebenfalls Bedingungen erfüllen, um sich professionell am Markt zu behaupten. Der Trend, eine Agentur zu öffnen, die erst einmal Geld nimmt, bevor überhaupt irgendetwas geschieht, bis hin zu jenen Halbtagsfotografen, die sich nicht alleine des „Kamera-Ständers“ bedienen, schafft ein ganz neues Chaos innerhalb der Branche, dass darüber hinaus die Übersicht, wer tatsächlich seriös ist und mit qualitativ hochwertiger Arbeit aufwarten kann, verloren geht. Stattdessen tauchen auf einmal endlose Listen diverser Online-Karteien auf, die alle mit Seriosität und Vermittlung werben, ohne den Nachweis von Erfahrung und Qualität erbringen zu müssen.

1172895_567696009946515_647995909_oInnerhalb der Modelbranche sind die Mädchen meistens noch sehr jung und unerfahren, somit kaum in der Lage, sich ein Bild zu machen, welche Agentur sie tatsächlich fördert und ob sie überhaupt für diesen Beruf geeignet sind. Insbesondere unseriöse Agenturen und Hobbyfotografen schmeicheln Frauen, deren Maße kaum für den Laufsteg taugen.
Hier geht es häufig um Triebauslebung durch den Fotografen oder ganz einfach um reine Abzocke. Dem angeblichen Model wird der Zauber einer Fashion-Welt versprochen, während bis dahin erst einmal zweifelhafte und häufig auch rein provokative Fotos gemacht oder Kosten verlangt werden, die das Model zu tragen hat, um dann auf der Strecke zu bleiben oder sich mit dem einen oder anderen Foto unerwünscht auf Google wiederzufinden.

Der Traum, Model zu werden, noch gefördert durch diverse Fernsehsendungen, die jungen Mädchen die Modelkarriere so richtig schmackhaft machen, mag durchaus schillernd sein, dennoch bleibt es ein nach gegebenen Kriterien ausgewählter Spitzenjob, der harte Arbeit ist und bestimmte Veranlagungen voraussetzt. Für Laufsteg, Kataloge und Kunstfotos bedarf es ganz bestimmter Richtlinien und diese erfüllen nur ganz bestimmte Typen von Frauen, weshalb der Beruf als Fotomodel ist, was er ist. Was in den Medien an Auswahlverfahren und harter Realität vermittelt wird, ist immer noch weit von der Wirklichkeit entfernt.

Dennoch boomt die Modelsuche im Internet. Auf Plattformen, Modelkarteien und Facebook wird geworben, gesucht und sich präsentiert. Jede Frau zeigt sich von ihrer Schokoladenseite, bei manchen reicht es nicht einmal zu dieser, aber dennoch, der Traum wird verfolgt und von dem freundlichen Abzocker-Fotografen auf Herzlichste begrüßt und unterstützt, der sich durch die Naivität junger Mädchen über Wasser hält und profiliert.

Der professionelle Fotograf bleibt dabei auf der Strecke. Er muss für seine Ideen auf seriöse Agenturen zurückgreifen können und sich, durch das Über-Angebot an Mädchen und Frauen, die über das Bild hinaus keine Chance haben, diesem Beruf professionell nachzugehen, auf Agenturmodels berufen, unter denen gleichfalls die Auswahl immer schwieriger wird.
Schön sein bleibt eine Gabe der Natur. Da reichen nicht alleine gutes Licht und Schminke, für den Beruf des Models bedarf es bestimmter Maße und einer Ausstrahlung, die der Fotograf ins Bild zu fassen versucht. Hier gilt nicht die Weisheit, dass Geschmäcker verschieden sind oder Schönheit im Sinne des Betrachters liegt. Der Beruf verlangt nach einer ganz bestimmten Erscheinung und diese hat auch nur das Recht, sich Model zu nennen.

Bei der Suche nach einer geeigneten Agentur sollten daher folgende Punkte beachtet werden, um herauszufiltern, welche seriös ist. Das beginnt bereits beim ersten Schritt, dem Vorstellungsgespräch. Eine seriöse Agentur möchte das Model kennenlernen und wird, bevor überhaupt irgendetwas anderes geschieht, das Model zu einem persönlichen Gespräch einladen. Agenturen, die vorab Geld für Fotos nehmen, um sie in ihrer Onlinedatenbank zu präsentieren, gehören nicht in diesen Bereich.
Grundsätzlich gilt, dass ein Vorstellungsgespräch und eine Mappe notwendig sind, um zu entscheiden, wer für den Beruf geeignet ist und wer nicht. Eine Agentur, die sich für ein Model entscheidet, haftet immer auch mit ihrem Ruf und Namen. Daher findet die Auswahl nach bestimmten Kriterien statt, mit dem Anspruch der jeweiligen Agentur.

Was wiederum einen professionellen Fotografen von einem Amateur unterscheidet, ist bei näherer Betrachtung ebenfalls einfach herauszufinden. Zunächst verfügt dieser über ein Unternehmen, besitzt ein Studio und hat bei der persönlichen Begegnung niemals etwas dagegen, wenn Begleitpersonen dabei sind. Darüber hinaus verlangt ein professioneller Fotograf von seinen Models niemals einen Voll-Akt.
Die Bezeichnung „Fotograf“ ist zudem geschützt und sollte möglichst auf einem Schriftstück der IHK verzeichnet sein. Zu diesem Beruf gehört, wie überall, ein Studium und das nötige Fachwissen.

Wer sich also für den Modelberuf interessiert, sollte nicht naiv jedes Angebot annehmen, sondern sich vorab informieren und, bei erfolgreichen Verhandlungen, immer auch einen Vertrag abschließen, noch bevor das erste Shooting beginnt. Wer sich an diese Bedingungen hält, braucht nicht zu befürchten, für den eigenen Traum tief in die Tasche greifen zu müssen und landet auch nicht mit fragwürdigen Fotos in der Suchmaschine von Google.

Ich, als Fotograf, habe die Möglichkeit, mit meinen Fotos die Menschen zu berühren und ihnen einen Anlass zum Träumen oder Nachdenken zu geben. Der Grund, warum wir kein besseres Leben für uns erschaffen können, ist der, dass es bereits perfekt ist. Das Problem ist, dass wir diese Vollkommenheit nicht erkennen…

1 comments on this post

  1. ich

    says:
    23. Februar 2017

    Was bitte ist an der Bezeichnung “Fotograf” geschützt, wenn sich JEDER Fotograf nennen darf, als Fotograf arbeiten darf? (ausser selbst ausbilden)
    Handwerksordnung zulassungsfreie Berufen (§ 18 Abs. 2)

    Reply

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