17. Februar 2017 by George Anakin Was mich bewegt 21

Die Fotografie ist wertlos und zugleich wertvoller als jemals zuvor!

Die Fotografie ist wertlos und zugleich wertvoller als jemals zuvor!

Die Fotografie ist wertlos  und zugleich wertvoller als jemals zuvor! – Es war die goldene Ära der Fotografie, als die Privatkamera in die Haushalte einzog und man mit Dienstleistungen rund um das Foto zur Branchengröße heranwachsen konnte. Es lief gut, ja, hervorragend. Die Fotografie und der Fotograf als Künstler und Handwerker waren gefragt, bis Ende der Neunziger auf einmal die digitale Fotografie die klassische analoge Technologie zu verdrängen begann und viele der klassischen Fotolabors schließen mussten. Es war die Zeit, in der das große Branchensterben einsetzte…

Mehr als zwanzig Jahre später erwischt es nun auch den eigentlichen Berufstätigen. Der Fotograf ringt ums Überleben. Sein Beruf wird erneut in Frage gestellt. Die Anforderungen sind hoch, der künstlerische Anspruch steigt oder sinkt, je nachdem, was gerade angesagt ist. Profis geben sich nicht nur untereinander das Gefecht, sondern müssen immer häufiger mit Amateuren konkurrieren.

Wertlose Fotografie die fotografie ist wertlos  und zugleich wertvoller als jemals zuvor!Überhaupt hat sich die gesamte Branche nach dem Wegfall der Meisterpflicht grundlegend geändert. Das heißt einerseits, dass sich der Wettbewerb deutlich verschärft hat und andererseits, dass sich das Kundenverhalten extrem gewandelt hat. Viele meiner Kollegen und Profis kämpfen mit “Hobbyfotografen” um Aufträge. Damit beginnt ein Kampf um die Lebenssubstanz und den Verdienst. Kunden verlangen zwar professionelle Arbeit, möchten die digitalen Bilddaten aber gerne “umsonst”, gespeichert auf dem USB-Stick. Die Postproduktion wird immer zeitintensiver, was zur Folge hat, dass der Ertrag sinkt.

Die Fotografie und die Kunst dahinter haben an Wert verloren. Dank Facebook, Instagram und den vielen anderen unzähligen Portalen ist unsere Gesellschaft, was Fotografie anbelangt, einfach übersättigt. Stattdessen wird der Narzissmus auf neuen Wegen gefördert. Das „Selfie“ wird immer mehr zur täglichen Selbstdarstellung genutzt, sichtbar für tausend fremde Augen. Wer etwas darstellen möchte, der zeigt sich. Er posiert, grinst, maskiert und verwandelt sich, setzt die eigene Visage Tag für Tag in Szene. Es gibt schöne Menschen, verrückte Menschen, groteske Fotos, Nacktbilder. Wer den täglichen Ablauf nicht mitmacht, ist abgeschrieben, gehört nicht dazu. Mit diesem Zeigen und Zeigen-Wollen hebt und senkt sich die eigene Laune.

Facebook bleibt natürlich ein Kontaktportal für News und Bilder. Ich öffne frühmorgens mit der Tasse frischen Kaffee in der Hand ganz gerne mein Facebook und sehe mir die einzelnen Gruppen, Fotos und Menschen an. Die Anzahl der gezeigten Fotos ist gewaltig und steigt weiter. Darunter gibt es durchaus Bilder, die – von der fotografischen und künstlerischen Seite betrachtet – einzigartig sind. Alle Fotos gibt es umsonst. Es ist möglich, sie herunterzuladen und sogar, wenn der Wunsch besteht, ein Poster zu drucken. Rechtlich ist das Ganze zwar immer noch in der Grauzone, aber praktisch gesehen jederzeit möglich.

Das Zeigen und Ansehen der Fotos ist eine Sache, die Werbung und Suche des Fotografen nach Models und fotogenen Menschen eine andere. So ist es keine Ausnahme, wenn der panische Hilferuf eines Hobbyfotografen ertönt, der nachfragt, ob nicht ein Model auf TFP* Basis bereit wäre, zuhause (in seinem Wohnzimmer, in seiner Küche oder in seinem Hobbystudio) Fotos mit ihm zu machen. Fast zeitgleich erfolgen die Antworten und Reaktionen. Natürlich finden sich im Internet tausende sogenannter Models, die sich nur zu gerne kostenfrei ablichten lassen würden.

Dazwischen gibt es dann noch eine Handvoll Fotografen, die weiterhin versuchen, professionell zu arbeiten. Das bedeutet auch, dass das Foto nicht umsonst ist.

Oft frage ich mich, wie es mit der Branche weitergeht und wie sich die Foto- und Modelbranche im nächsten Jahrzehnt entwickeln wird. Das, was schon jetzt absehbar ist, erschreckt mich teilweise.

Nicht nur gehen die Qualität und die Professionalität verloren, es öffnen sich ganz neue Bereiche, die von Billigpreisen bis zu kostenlosen Angeboten reichen und damit auch neue Gefahrenquellen offenbaren. Ein Hobbyfotograf nutzt nicht selten die Gier und Eitelkeit hübscher Mädchen, um sich zu profilieren oder um zu flirten (und das dann mit eher fragwürdigem Ausgang). Das professionelle Model wiederum wird durch Menschen ersetzt, die vorderhand ihre Eitelkeit feiern, häufig auch ohne die notwendigen Voraussetzungen mitzubringen.

Wie immer schreibe ich offen und ehrlich und wie immer nehme ich auch kein Blatt vor den Mund, wenn es um eine Branche geht, zu der ich seit über dreißig Jahren gehöre und in der ich mich zeitweise auch sehr wohl gefühlt habe.

Kommt jetzt etwa die Abrechnung mit dem Hobbyfotografen?

Nein.

In Zeiten von Photoshop und billigen Frauen, die sich sehr gerne umsonst ausziehen, ist es nicht der Hobbyfotograf, der sein Fett abbekommt. Es ist auch gar nicht so sehr das „Selfie“, obwohl dieser Drang zur Selbstdarstellung den nächsten Grundstein auf das wacklige Gebilde der Dekadenz setzt. Nein, es ist die Veränderung der Gesellschaft an sich, dich ich hinterfrage, das Feiern der Eitelkeit und die allgemeine Psychologie der Menschen, die mich mehr und mehr verwundert.

Es ist wahr! Wir haben die Generation ‚Germanys next Topmodel’, gefolgt von der nächsten Generation: ‚Ich will so schön sein, wie die Topmodels auf dieser Welt’.

Der Wunsch wird dringender und dringender, begleitet durch den Zwang, so viele Follower auf Facebook und Instagram zu sammeln, wie es die eigene Selbstdarstellung ermöglicht.

Dafür wird ein Hobbyfotograf nach dem anderen „absorbiert“, um die Sucht nach neuem Material zu befriedigen. Das Selbstvertrauen wächst mit den „Likes“.

Diese Models arbeiten nicht für Geld. Sie lassen sich umsonst ablichten. Ebenso freut sich der Hobbyfotograf, dass er endlich einmal ein einigermaßen gutaussehendes Model vor der Kamera stehen hat. Und was nicht ganz so schön aussieht, kann schließlich nachbearbeitet werden. Photoshop sei Dank.

Das Foto steht. Beide reiben sich die Hände. Der  Fotograf postet, das angebliche Model postet, und nun gilt es, abzuwarten. Das Bild wird auf Facebook, Instagram, Twitter, Viewbug und allen anderen Plattformen gezeigt, ist Foto des Tages, trifft auf etliche Blicke. Gespannt wartet man, wie viele „Likes“ es erhält, wie die Reaktionen sind. Man setzt Kommentare, Erfolg und Applaus voraus.

Mit der ansteigenden Zahl der „Likes“ bläht sich auch der Narzissmus auf und wird mit Endorphinen genährt. Mit wenigen Reaktionen dagegen ist das Leben erst einmal zerstört. Die Menschen haben keinen Geschmack, sind dumm und ignorant, sehen die innere Schönheit nicht. Es folgt Erklärung über Erklärung. Das nächste Bild muss her. Und so setzt sich das Ganze fort. Up and down. Hochjubelnd und zu Tode betrübt.

Und was steckt hinter all dem? Wir sind dopaminsüchtig und leben an der Grenze. Die ganze Persönlichkeit hängt von der virtuellen Selbstdarstellung ab. Das gilt für beide, das Model und den Fotografen, auch dann noch, wenn das Bild mit der Wirklichkeit im Grunde nicht mehr übereinstimmt und jemanden anderen zeigt. Das kann so weit führen, dass Menschen die eigenen körperlichen Voraussetzungen falsch einschätzen oder ganz und gar leugnen.

Mit dem Erfolg auf Plattformen wachsen der Stolz und die Selbstüberschätzung. Dafür ist eine tatsächliche Ausstrahlung nicht mehr notwendig. Sie kann schließlich jederzeit in Photoshop ganz neu kreiert werden.

Die Cellulite wird einfach wegretuschiert und der Schokoladenbauch mit dem „Verflüssiger“- Werkzeug reingedrückt; so spart sich der Hobbyfotograf auch die Zeit, dem Model erst einmal grundlegende Dinge zu erklären, wie z.B. Körperspannung und das Posing. Er macht einfach tausend Bilder, aus denen das eine herausgefiltert wird, das dann für Instagram in Frage kommt und zurechtbearbeitet wird. Es macht sowieso nichts aus, denn am nächsten Tag ist es längst vergessen und wird durch ein aktuelles Bild ersetzt.

Natürlich müssen so die Einzigartigkeit und das Außergewöhnliche der Fotografie verloren gehen. Ausstrahlung, Persönlichkeit und Schönheit bleiben aber dennoch das A und O der Model-Branche. Das lässt sich nicht wegdiskutieren. Ein richtiges Model bietet die natürliche Schönheit oder das gewisse Etwas. Es verfügt sowohl über den schönen Körper als auch über die benötigte Ausstrahlung, so dass eine Nachbearbeitung des Fotos unnötig ist. Deshalb gibt es den Beruf und deshalb konnte er sich so lange halten. Daher taugen einige Menschen zum Model und die meisten nicht. Schönheit ist zwar eine Frage des Geschmacks, des Ideals und der eigenen Vorlieben, dennoch wirkt das verfälschte Bild wie die billige Kopie und hat mit dem wirklichen Menschen nichts gemein.

Es bleibt eine Sucht, sich ständig zu präsentieren, und diese Sucht hat auch ihre Folgen. Die Modelagenturen, die Berufsfotografen und die Berufsmodels stehen vor einem Wandel. Die Branche hat sich in den vergangenen Monaten derartig schnell verändert, dass es alle hart trifft.

Viele meiner Kollegen in der Fotografie waren in den vergangenen Jahren gezwungen, ihr Studio aufzugeben oder sich mit anderen Fotografen (teils auch Hobbyfotografen) zusammen zu tun, um die hohen Mieten weiter erwirtschaften zu können. Plötzlich zog es den Großteil der Fotografen in den Bereich ‚Hochzeitsfotografie’, da dieser bis vor wenigen Monaten noch am Gewinnbringendsten war. Die Hochzeit bleibt ein Ereignis, das gefeiert wird. Viele wünschen sich den Profifotografen, damit der Tag im Gedächtnis bleibt. Zumindest war das bis vor kurzem noch so.

Auch hier hat sich der Wandel vollzogen, als die ‚Selfies’ nun auch in den Kirchen einzogen, das iPhone 7plus nun endlich eine einzigartige Kamera hatte.  Wozu den Hochzeitsfotografen engagieren, wenn die Qualität des Bildes ganz in Ordnung ist?

Ein weiterer Zweig der Branche war die Produktfotografie. Wer konnte sich einen Ottokatalog ohne Fotos vorstellen? Wer kann sich in Zeiten von Amazon und Ebay überhaupt noch Kataloge vorstellen? Und so bezahlen dann die namhaften Hersteller keine 90 bis 300 EURO je Artikel mehr, nein, es gibt Angebote von 10 EURO und darunter.

Jeder, der etwas Ahnung von der Produktfotografie hat, wird sich nun die Frage stellen, wie man ein anständiges Produktfoto von einer Damenbluse für 10 EURO anbieten kann. Bügeln, den Torso anziehen, auspolstern, das Produkt abstecken, den Frontshot mit der Hasselblad freistellen, die richtige Beleuchtung arrangieren und dann abliefern? Das alles scheint kaum noch gefragt zu sein.

Stattdessen wechseln die letzten guten Produktfotografen in den nächsten Bereich, der noch etwas Geld einbringt, z. B. in den der Fotoreisen und Workshops. Das sind natürlich die Hartgesottenen. Viele haben auch ganz und gar aufgegeben und den Beruf gewechselt. Von irgendetwas muss man schließlich leben.

Das betrifft nicht nur die Fotobranche, auch das Milieu der Modelagenturen. Sie sterben aus, kämpfen den gleichen Kampf gegen die Windmühlen. Sie versuchen noch Geld mit jährlichen Gebühren aus den vom Modeltraum gebeutelten Möchtegern-Photoshop-Modellen herauszupressen, was aber dank Modelkartei, Facebook und anderen kostenfreien Portalen nicht mehr finanzierbar ist. Und was nützt es auch, in einer Agentur gelistet zu sein, wenn man nicht vermittelt wird?

Die Folge ist klar nachzuvollziehen. Menschen, die tatsächlich schön aussehen, die keine Bildbearbeitung benötigen, sind nicht mehr gefragt, erhalten keine Aufträge und werden nicht gefördert. Sie werden weder von Agenturen aufgelistet, noch von Auftraggebern gebucht.

All das kostet Geld. Man könnte fast sagen: Geld, das keiner mehr hat.

Und weiter wird damit der  Zwischenbereich der Amateur-Welt genährt. Hobbyfotografen und Möchtegern-Models reichen sich die Hand. Dass dabei die Qualität leidet und ganze Branchen den Bach runtergehen, interessiert nicht. Schon gar nicht die, die einer Sucht frönen.

Meine Meinung dazu ist verständlich und simpel. Ich vertrete die Ansicht, dass sich Fotomodel nennen darf, wer in der realen Welt wunderbar und einzigartig aussieht, Ausstrahlung hat und keine Bildbearbeitung erfordert. Ebenso darf sich nur Fotograf nennen, wer mit seiner Fotografie Geld verdienen möchte, Kunst und Qualität liefert und dies auch kostendeckend erfolgreich betreibt. Eine Modelagentur wiederum vermittelt Fotomodelle und darf sich als eine solche nur dann bezeichnen, wenn echte Modelle erfolgreich vermittelt werden können.

(*TFP = Time for Print, also ohne finanzielle Gegenleistung)

Ich, als Fotograf, habe die Möglichkeit, mit meinen Fotos die Menschen zu berühren und ihnen einen Anlass zum Träumen oder Nachdenken zu geben. Der Grund, warum wir kein besseres Leben für uns erschaffen können, ist der, dass es bereits perfekt ist. Das Problem ist, dass wir diese Vollkommenheit nicht erkennen...

21 comments on this post

  1. Thomas Bünning

    says:
    18. Februar 2017

    Lieber George, mit einem mehr als stummen Nicken habe ich bei jedem Deiner Absätze applaudiert.
    Ich danke Dir, Tom Bünning

    Reply
    • george

      says:
      19. Februar 2017

      Danke Thomas :D, hab leider auch viel Anfeindungen bekommen für meine ehrlichen Zeilen. Dies aber eher von den Models :xD

      Reply
    • Marc

      says:
      19. Februar 2017

      Obwohl ich die Fotografie im Nebenamt – in meinem Verständnis jedoch professionell und durchaus kommerziell betreibe – sprichst du mir aus der Seele. Selbst ich bin oft daran das ganze an den Nagel zu hängen und nur noch für mich und meine Freunde zu fotografieren. Der Wert des Bildes ist fast inexistent und die ständige Rechtfertigung der Preise lässt einem Selbstzweifel aufkommen. Danke für die klare Formulierung eines Gefühls.

      Reply
  2. Thomas Schuster

    says:
    19. Februar 2017

    Damit wäre alles gesagt, die nackte Wahrheit so wie es ist. Super Beitrag.

    Reply
  3. Stefan

    says:
    20. Februar 2017

    Vieles trifft zwar zu, ändert dennoch nicht die Situation. Leg deinen Fokus nicht auf Dinge, die du allein nicht ändern wirst – verschwendete Energie. Die Einstellung trotz schwieriger Umstände – darum gehts, egal welche Branche.

    Viele Grüße 🙂

    Reply
  4. Johanna

    says:
    20. Februar 2017

    In dem Artikel ist meiner Ansicht nach zu vieles unstimmig! Wenn ich allein den Satz nehme “…so dass eine Nachbearbeitung des Fotos unnötig ist…” muss ich doch sehr schmunzeln. Kein Bild – auch keines eines “Profifotografen” – geht heute und schon seit langem nicht mehr unbearbeitet ins Netz oder zum Kunden. Das ist einfach so. Und was den Rest des Beitrages anbelangt sollten Sie doch genauso hart mit sich und Ihren Kollegen ins Gericht gehen, wie Sie es mit den “Modells”, “Hobbyfotografen”, “Selfisten”, etc. tun: Qualität hat sich immer durchgesetzt und wird sich immer durchsetzen. Und wenn ich ein Profifotograf bin, dann bin ich so gut und habe so gute und kreative Ideen, eine so gute und professionelle Ausstattung, dass ich mich jederzeit am Markt gegen Amateure behaupten kann! Und außerdem: Konkurrent belebt das Geschäft – und für den Verbraucher ists nur gut, dass er sich den Profifotografen überhaupt einmal leisten kann, wenn er es denn möchte – wobei auch da – ich spreche aus eigener Erfahrung – trotz hohem Preis, das Ergebnis manchmal durchaus mehr als fragwürdig erscheint!

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    • Samuel Pleithner

      says:
      20. Februar 2017

      Da muss ich dir leider total unrecht geben! 80% aller Bilder die bei mir Lightroom verlassen, sind komplett unbearbeitet! Keine Weissabgleichskorektur, keine lichter, keine tiefen, keine kleine retouchierungen, nichts. Ich denke ich bin hier lange nicht der einzigste dem es so geht! Und auch zu deinem zweiten teil habe ich mehrere gegenpunkte. Ja klar sie beleben das Geschäft, jedoch machen Sie den Markt mit den Preisen kaputt. Das andere Problem an den ganzen Hobbyfotorgafen ist, das leider immer mehr sehr unseriöse Typen datunter mischen, die denken jedes zweite Model zieht sich für ihn aus und macht alles was er gern hätte. Hatte leider schon mit meiner Meinung nach zu vielen Modelen zu tun, die mir von teils sehr üblen Erfahrungen erzählt haben. Leider jedesmal irgendwelche Hobbiefritzen!

      Reply
  5. Silke Monk Fotografin bei 4Real Photography

    says:
    20. Februar 2017

    Und leider werden wir viele Kunden nicht wachrütteln können. Ich habe Anfragen gehabt z.B. “suchen Fotograf für Hochzeit, unser Budget ist 500 €, wäre da eine 10 stündige Reportage möglich? NEIN!!!! Aber ich habe Gott sei Dank noch genug Kunden die den Wert der Fotografie schätzen! Ich weiß aber das 70% der Hobbyfotografen in 1-2 Jahren von Facebook und anderen Platformen verschwunden sind weil die Kunden keine Lust mehr haben schlechte Fotos die mit Presets bearbeitet wurden zu erhalten.

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  6. B. Klein

    says:
    20. Februar 2017

    Respekt !!! Ich bin gelernte Fotolaborantin und kann schon seit Jahrzehnten nicht mehr in meinem Beruf arbeiten. Leider ! Nichts war so wundervoll wie im Labor zu arbeiten und zu sehen was sich aus der Aufnahme entwickelt. Gerne habe ich damals noch selbst fotografiert, analog . Das Digitale war lange nicht meine Welt. Nun versuche ich mich notgedrungen damit anzufreunden, aber ich glaube Freunde werden diese Technik und ich nie. Der Gedanke mich selbstständig zu machen , war schon oft da, aber ohne Ausbildung zum Fotograf ? Auf die gleiche Ebene wie alle anderen Hobbyfotografen ? Den richtigen Fotografen die Kundschaft wegnehmen ? Nein, ich werde erst noch Weiterbildungen besuchen und dann schaue ich, was ich mache. Fotografie ist ein Handwerk, welches erlernt werden muss, man braucht ein Auge fürs Detail und die Situation und den einzelnen Menschen. Knipsen kann jeder, Fotografieren nur ganz wenige !

    Reply
  7. Ulrich Leimkötter

    says:
    20. Februar 2017

    Ich betreibe ein Hobby. Seit 48 Jahren. Am liebsten mit Leuten die vor der Kamera das gleiche Hobby betreiben. Die Gründe dafür sind oft sehr persönlich und insofern finde ich deine Darstellung enthält eine Menge an Unterstellung. Auch die Randbedingungen meines Berufes haben sich massiv geändert in dieser Zeit.

    Reply
  8. Martin Duerr

    says:
    20. Februar 2017

    Uhhh, was für ein genialer Artikel George!

    Danke!

    Martin

    Reply
  9. Andreas Schmitt

    says:
    20. Februar 2017

    Grosser Applaus!!

    Ehrlich, realitätsnah und absolut zutreffend! Ich sehe es genauso wie Du!
    Es ist für uns Berufsfotografen ein “Umdenken” notwendig und das “Abwarten” auf Aufträge ist auch nicht mehr zeitgemäss.
    Heute überlebt nur der, der breit aufgestellt ist und sich selbst auch erfolgreich “vermarktet” – Aquise ist ein bitteres Wort in den Ohren eines “Künstlers” aber auch hier gilt jetzt: Wer nicht wirbt, der stirbt”!

    Greetings
    Andreas

    Reply
  10. Martin Hartmann

    says:
    21. Februar 2017

    Dankeschön.

    Wenn ich deine Definition des Fotografen zu Grunde lege bin ich zwar kein Fotograf, dennoch stimme ich dir und deiner Meinung einhundert prozentig zu. Ich selbst fotografiere nun seit über vierzig Jahren Menschen – hobbymäßig und überwiegend kostenfrei – so dass ich denke behaupten zu können, ich weiß was ich mache. Der Trend nach Massenware und Schnappschüssen , möchtegern Models und Fotografen vermiest mir mein Hobby mittlerweile jeden Tag ein wenig mehr.
    Dennoch bin ich nicht der Meinung, dass der ambitionierte Hobbyfotograf dem Profi das Wasser abgräbt , schuld (sofern man überhaupt von Schuldigen sprechen kann) sind vielmehr die “Hobbyfotographen” die “Hobbymodele” vor die Kamera locken und dazu jedes nur erdenkliche Mittel in Kauf nehmen. Das fängt bei leeren Versprechungen an und hört bei ungerechtfertigten Honoraren für unbegabte – und vielleicht noch unansehnliche Models auf.

    Mir ist das aktive Suchen von Models mittlerweile viel zu anstrengend und nervtötend, weshalb ich fast nur noch mit mir bekannten Models arbeite – da wissen alle Beteiligten was sie erwarten können. Die Zeit die mir dann noch zur Verfügung steht, wird für Landschaftsfotografie genutzt – probier das mal aus 🙂 ist richtig entspannend.

    Reply
  11. FRED de FOTOGRAF

    says:
    21. Februar 2017

    ALLES richtig gesagt….dem habe ich nichts hinzuzufügen … super geschrieben und leider wahr…DANKE George

    cu FRED

    Reply
  12. Pam Meier

    says:
    21. Februar 2017

    Sehr schön analysiert, vieles kann ich so unterschreiben und habe selber auch schon drüber gebloggt:
    http://bloomoose.de/2016/08/15/kann-man-von-fotografie-leben/
    Und weiter gefasst über die Amateurisierung der Medienwelt, in der Fotografie ja nur ein Teil ist:
    http://bloomoose.de/2016/01/15/die-amateurisierung-der-medienwelt/

    Einen Aspekt würde ich noch ergänzen: die Foto-Workshops, die viele sehr gute Fotografen geben, führen dazu, dass viele Amateure durchaus ein sehr gutes Niveau mit ihrer fotografischen Arbeit erreichen. Was man so in manchem Schaufenster von Profis hängen sieht, hebt sich davon nicht stark ab.

    Reply
  13. Pete

    says:
    21. Februar 2017

    Aeeehmm… Räusper, ja, ich gebe dir völlig Recht. Dieses von Hobbyfotograf zu Hobbyfotograf Gehopse ist sehr merkwürdig. Meine ‚EX’ dachte auch, dass regelmäßig machen zu müssen. Aus diesem Grund ist es jetzt auch meine EX!

    Dieses seltsame Posten von Photoshopfotos ist eine psychische Erkrankung die irgendwann auch klassifiziert werden wird. (ICD etc.)
    Da fühlt man sich wohl kurz megageil, obwohl man diese Person ja gar nicht ist. Ich stelle mir oft die Frage, was die Damen dann beim ersten Daten machen? Nun, ich zu meinem Teil weiß, warum die wenigen professionellen Agenturen nur noch Videos möchten und keine Polas mehr.

    Ich finde deine Seite und deine Einstellung klasse.

    Reply
  14. George Anakin

    says:
    21. Februar 2017

    Hey, Danke für die klasse Resonanz! Der Großteil kam leider per eMail, Facebook oder Instagram. Viele waren völlig Off-Topic
    und beleidigend. Ich habe mir erlaubt, diese zu löschen. Was hat mein Aussehen mit diesem Artikel zu tun und warum bin ich bitte ein Arschloch? :xD

    Reply
  15. kiki

    says:
    22. Februar 2017

    Danke für diese treffenden Worte, die auch noch dazu sehr bildlich formuliert sind. Ein Zauberwerk, genauso wie deine fotografische Arbeit!!! Mir hast Du aus der Seele gesprochen. Ich bin auch Fotografingesellin 😉 und fühle genau so. Die Fotografie hat einen anderen Stellenwert angenommen. Wo soll Frau da noch Geld verdienen? Alles aufgeben liegt da oft gaaaanz nah… leider. Aber so ist die Entwicklung, die schnelle Entwicklung der Kamerateechnik, die wahnsinnst Bildbearbeitungstools, Adobes CC Abo…. so what..Fotografieren ist ja auch toll!! Damit verdienen jetzt andere Geld, Toolprogrammierer, Kamerahersteller und alle die, die an Fotografen und Models sparen.

    Reply
  16. Ben Wiechmann

    says:
    27. Februar 2017

    Es ist wirklich ein sehr Interessanter Artikel mit viel Konfliktpotenzial.
    Mit der Fotografie habe ich durch die Öffentlichkeitsarbeit in der Jugendfeuerwehr auf Bezirks- und Landesebene begonnen.
    Heute habe ich eine professionelle Ausrüstung und arbeite nebenberuflich als Fotograf. Davon leben werde ich wohl nie können.
    Natürlich ist die Qualität nicht die gleiche, wie von einem Fotografen der seit Jahrzehnten im Geschäft ist.
    Die Fotografie war ein Lehrberuf. Heute bildet kaum noch ein Fotograf aus. Nebenberufliche Ausbildungslehrgänge seitens offizieller Bildungsträger wie der Handwerkskammer gibt es nicht! Meisterschulen verweigern oft den Zugang, wenn keine Ausbildung vorliegt.

    Also wie soll ein “Hobbyfotograf” eine professionelle Ausbildung erhalten?
    Es bleiben nur Workshops und der persönliche Kontakt zu anderen Fotografen – Die Qualität hängt also vom Zufall ab.
    So braucht sich keiner wundern oder beschweren! Liebe Bildungsträger hier seit Ihr gefragt – es gibt sicherlich viele, die eine Ausbildung anstreben, statt sich von WS zu WS zu hangeln.

    Reply
  17. Mike, FotoGlasWand

    says:
    27. Februar 2017

    Ich kann alles sofort unterschreiben, klasse Bericht! Danke!

    Reply
  18. JÜRGEN DITTMAR

    says:
    21. April 2017

    in unserer heutigen Zeitalter verändern sich Alles erschreckend schnell. Dies betrifft ja nicht nur die Photographie oder sonstige Berufsgruppen . Die Menschen und die Interessen und die Wertigkeiten ändern sich ebenso rasant schnell. Der Mainstream ist ein ganz anderer geworden, 5000 eigene Bilder auf dem Handy und die gleiche Anzahl evtl noch auf dem PC , es gibt keine längerfristige Wertschätzung selbst am eigen Bild nicht mehr, man giert schon nach dem Nächsten. Warum also Geld ausgeben für ein Solches. Ich habe selbst jahrelang bei guten Agenturen immer wieder mal als Model gearbeitet , nach Öffnung der Grenzen gegen Osten ist der Markt zusammengebrochen .. es kam eine Flut von “Models” aus osteuropäischen Ländern die “ALLES” getan haben um ins “rechte Licht ” gesetzt zu werden. Das war meiner Meinung nach der Beginn der Verwässerung. Natürlich haben diese neue Entwicklung , auch die von Dir sogenannten “Hobby Photografen ” erkannt und sind auf diesen Zug aufgesprungen. Das hatte aber wohl vielmehr den Hintergrund sich selbst als “interessant ” erscheinen zu lassen um evtl das eine oder andere “Model” zu erobern 😉 Ich selbst gehöre ja auch zu dem erlesenen Kreis der Hobby Photografen und bin der Ansicht das das photographieren mit der Hilfe der heutigen Technik für jedermann sehr einfach zu erlernen ist . Was jedoch meiner Meinung nach entscheidend ist, ist der künstlerische Aspekt . Das Auge für ein Bild zu haben , die Szene das Licht die Gestaltung usw.. das lernt man nicht .. diese Begabung hat man ..oder eben nicht ! Das wird den Unterschied ausmachen – auch in der Zukunft !

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