21. November 2016 by George Anakin Branchennews 0

Enough already!

Enough already!

Es ist an der Zeit, die Dinge beim Namen zu nennen. Gerade als Fotograf, der Wert auf seine Seriosität legt, muss ich in dieser Hinsicht nun meine Position deutlich machen, das heißt im Klartext: Stellung beziehen.

Schon eine ganze Weile ärgere ich mich mit der abnehmenden Qualität vieler Agenturen, Modelkarteien und Plattformen herum, die sich unter die seriösen Karteien mischen und mit den „Lock“-Ruf des Erfolges am großen Gewinn mitverdienen wollen, ohne das bieten zu können, was seriöse Firmen und Agenturen verkörpern und eben ausmachen.

Der Model-Beruf ist und bleibt eine Branche, die immer auf der Suche nach explizit darauf zugeschnittene Menschen ist, die das Aussehen, die Figur und die geeignete Ausstrahlung dafür mitbringen. Das ist längst nicht jedem gegeben, so hübsch manch einer auch auf Fotos wirken mag, es spielen viele Faktoren eine Rolle, die nur eine Agentur, die seriös arbeitet, kennt und weitervermitteln kann.

Meiner Meinung nach gibt es in Deutschland tatsächlich nur eine seriöse Modelkartei, diese wäre „Modelome“. Da gibt es wenisgtens eine Gesichtskontrolle und auch der Großteil der unseriösen Hobbyfotografen kommen dort nicht rein. Da der Markt dermaßen überlaufen ist, mit Agenturen und Models, die das Hobby zum Beruf machen wollen, möchte ich darauf hinweisen, dass ich als Fotograf nur noch mit Agenturmodels arbeite … oder mit Personen, die die Bezeichnung „Model“ verdienen.

Enough already! Enough already!

enough_already_Meine Gründe dafür sind vielfältig und durch Erfahrung geprägt, darunter stellte ich z. B. die Leichtsinnigkeit vieler junger Mädchen in Frage, die sich in irgendeinem Hobbykeller nackt fotografieren lassen. Nicht nur, dass solche „Aufträge“ fragwürdig genug sind und häufig, früher oder später, viel Ärger, Enttäuschung und Gefahr nach sich ziehen, so ist es auch naiv und dumm, sich von einer Handvoll Hobbyfotografen ablichten zu lassen und sich dann wider besseren Wissens auf Facebook und anderen „Social Networks“ als „Model“ zu präsentieren. Hinzu kommt, dass die meisten Bilder auch noch mit dem Programm „Photoshop“ nachbearbeitet sind, die dann in der Wirklichkeit und Begegnung die übliche Enttäuschung mit sich bringen, sowohl für den Fotografen, der sich zunächst nur an dem präsentierten Bild orientieren kann, um seine Auswahl zu treffen, als auch für das Model, das dann mit der „großen Enttäuschung“ rechnen muss, nicht geeignet zu sein, wofür der Fotograf wiederum nichts kann.

Natürlich ist es Aufgabe des Fotografen, die Ausstrahlung eines geeigneten Models einzufangen und das Bild dementsprechend zu präsentieren. Die Nachbearbeitung mit „Photoshop“ verzerrt die Realität, führt nicht nur dazu, dass die Gesellschaft immer mehr an einem immer abstrakteren und künstlichem Schönheitsideal krankt, dass gerade junge Mädchen dazu zwingt, sich auf dieses Ideal zu trimmen, häufig unter erschreckenden Bedingungen, die nicht nur den Körper, sondern auch die Psyche schädigen, sondern eben dazu, dass seriöse Fotografen sich auf eine Präsentation nicht mehr verlassen können und damit Nerven, Zeit und Geld verlieren. Schönheit bleibt eine von der Natur mitgegebene Gabe. Sie kann nicht durch ein Programm erzeugt werden, so gut die Fotos auch bearbeitet sein mögen.

Wie die Agentur muss auch das Model seriös arbeiten, auftreten und die geeigneten Voraussetzungen erfüllen. Mädchen, die sich halb- oder sogar ganz nackt in Kellern fotografieren lassen, werden von seriösen Agenturen nicht vertreten. Es bedarf zudem wesentlich mehr als einen gut in Szene gesetzten Körper. Es reicht nicht aus, bereit zu sein, die Hüllen fallen zu lassen und darauf zu hoffen, dass es der Fotograf schon richten wird.

Darum meine Bitte an euch alle:

Bleibt auf den Boden der Tatsachen!

Ich rechne in der Regel nach Stunden ab, verbilligte Komplettpakete sind für mich nur interessant, wenn ich auch Spaß an der Sache habe. Es bleibt der altbekannte Ausspruch bei jeder seriösen Arbeit und Vermittlung: Was zählt ist die Qualität, nicht die Quantität, oder als Frage in den Raum gestellt: Was unterscheidet eine Kellerproduktion eines notgeilen Kamerabesitzers mit selbstgeschminkten Menschen aus einer billigen Modelkartei von einer Produktion mit Agenturmodels, Visagistinnen, Stylisten und einem Profifotografen, dessen blutendes Herz sich in seiner Arbeit spiegelt?

Richtig: Das Budget !

Abb. Tiffany Winteler, Australia mit George

Ich, als Fotograf, habe die Möglichkeit, mit meinen Fotos die Menschen zu berühren und ihnen einen Anlass zum Träumen oder Nachdenken zu geben. Der Grund, warum wir kein besseres Leben für uns erschaffen können, ist der, dass es bereits perfekt ist. Das Problem ist, dass wir diese Vollkommenheit nicht erkennen...

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