1. März 2016 by George Anakin Was mich bewegt 0

GEORGE – ‚GET OUT OF THE RAW’

GEORGE – ‚GET OUT OF THE RAW’

Ich habe jetzt für mich eine wichtige Entscheidung getroffen, über die ich kurz informieren möchte, damit es zu keinen Unklarheiten kommt und mein Standpunkt verstanden wird. Für diese Entscheidung habe ich meine Gründe und werde sie auch benennen. Das bedeutet dann aber auch, dass weitere Fragen unnötig sind.

In den nächsten Wochen und Monaten werde ich auf Facebook und Twitter keine Arbeiten mehr veröffentlichen. Ich habe mich lange genug mit der Materie auseinandergesetzt und feststellen müssen, dass die Freude und der Nutzen daran vollkommen verloren gegangen sind, das Zeigen eigener Arbeiten nur Zeitverschwendung ist. Es dient weder der reinen Repräsentation noch der für mich geeigneten Vermarktung. Für mich ist es traurig, mit anzusehen, wie diese Kunst in der Cloud zunehmend unter der Masse von Fotos verloren geht und damit stark an Wert verliert oder auch gar keine Möglichkeit mehr hat, inmitten der riesigen Auswahl entdeckt zu werden. Ich stehe jedoch weiterhin „PAY“ zur Verfügung. Dabei möchte ich es dann aber auch belassen. Die Fotografie hat an Wert verloren!

In den letzten Jahren wurden wir Fotografen von den Agenturen immer mehr gedrückt und ausgebeutet. Statt unsere Arbeit gebührend zu bezahlen und uns auch aufgrund unserer gebotenen Qualität auszuwählen, verlangen einige Zeitschriften jetzt vom Fotografen sogar schon Geld, damit seine Arbeiten abgedruckt werden. Normalerweise war es immer anders herum und gehört sich auch so, denn die Zeitung benötigt Fotos für ihre Reportagen und sollte den Fotografen für seine Arbeit und die Erlaubnis einer Publikation in der jeweiligen Zeitschrift auch dementsprechend entlohnen. Mitunter sind dafür natürlich auch das Internet, die Plattformen und der Mix an Amateur- und Profiarbeiten verantwortlich. Jeder glaubt sich hier als Könner betrachten zu dürfen und manche zahlen dann auch gerne den kleinen Aufpreis, um irgendwo die eigenen Fotos unterzubringen. Das erlaubt es den Zeitschriften, diesen Weg weiter zu beschreiten, unterscheidet aber die Profiarbeit auch vom Amateur-Bild.

Einige von Euch haben es vielleicht schon bemerkt, dass Profi-Fotografen immer weniger auftreten, kaum noch namentlich bekannt sind, auch wenn es um neue Projekte geht. Das hat auch mit sich gebracht, dass Model-Agenturen die erschreckende Massenkonkurrenz auf einmal mit enormen Einbußen und Konkursanmeldungen bezahlen müssen. Die großen und kleineren Fotostudios verschwinden nach und nach und der Ruf der Branche wird immer schlechter, weil sie dazu auch noch von Leuten unterwandert wird, die das schnelle Geld mit wenig Aufwand machen wollen. Das ist nicht nur ein Problem für die Fotografen, sondern auch für die Menschen vor der Kamera.

Viele meiner alten Kollegen können die hohen Studiokosten nicht mehr erwirtschaften, da es auf dem Markt ein unglaubliches Preisdumping gibt, wo der niedrige Preis immer auch vor der Qualität steht. Viele Nachfragen betreffen keine hochwertige Arbeit mehr, sondern drehen sich ausschließlich nur noch um Angebote und Rabatte, als würde man Wurst an der Fleischtheke verkaufen. Häufig frage ich mich dann, wieso diese Erwartung allgemein besteht, weshalb die Arbeit nicht mehr dementsprechend gewürdigt und für ihre Qualität bezahlt wird. Der Fotograf hat immer auch aufwendige Kosten, wenn er an die Arbeit geht, muss Kamerazubehör, Ausstattung, Studiomiete und Bearbeitung bezahlen, von der eigenen Zeit einmal abgesehen, die für solche Projekte benötigt wird. Das scheinen solche Menschen zu vergessen.

Ich jedenfalls werde mich diesem Dumping nicht beugen und ausschließlich zum alten Preis arbeiten. Meine Arbeit spricht für meinen Namen und meine Qualität, die ich immer liefern konnte und weiterhin biete, selbst wenn die Konkurrenz wächst und das billige Massenprodukt über die Kunst gestellt wird, die Fotografie ja noch immer ist. Aber ich erwarte dafür eben auch, dass mein Preis akzeptiert, der Aufwand, den ich habe, geschätzt und vergütet wird.

Um das Ansehen der Fotografie zu retten, meine Ideen weiter zu verwirklichen, auch, um jenen einen Platz zu bieten, die ihr Studio aufgeben mussten, hatte ich die Vision des PHOTOPORTS, über das bereits viel bekannt gegeben habe. Dort sollten ein neues Zuhause und eine gute Arbeitsmöglichkeit für alle Kamerabesitzer entstehen. Gedacht war das Ganze als Treffpunkt, Shooting-Platz und Austauschmöglichkeit für mehrere Fotografen gleichzeitig, natürlich auch als Beratungs- und Anlaufstelle für die uns alle betreffenden Probleme und Schwierigkeiten. Meine Vision beinhaltete ein gemeinsames Werk mit neuen Möglichkeiten. Das alles wollte ich im PHOTOPORT vereinen.
Durch die große Resonanz und den Zuspruch konnte ich ausreichend feststellen, wie schön das Umsetzen einer solchen Idee gewesen wäre. Viele von uns suchen ständig nach einer Location, einem Bett, einer Cesterfield Couch, einem idealen Ort, an dem Kunst zu Kunst wird, aber auch Kenntnisse und Ideen ausgetauscht werden können. Das ist nicht nur für jeden Kamerabesitzer notwendig, sondern auch für Profis und Semi-Profis. Dabei kann viel über das Nutzen des M-Modus gelernt werden, aber auch der Umgang mit Programmen wie „Photoshop“ und „Lightroom“. Der PHOTOPORT sollte vielen Menschen zugänglich sein und nicht nur einem Genre oder einer bestimmten Gruppe.
Mein Traum wuchs auch über die Vorstellung hinaus, dass bald auf der ganzen Welt PHOTOPORTS zu finden sein könnten, in einer Zusammenarbeit mit Fotografen, Herstellern, Sponsoren, Universitäten und Berufsverbänden. Fotografie ist eben doch eine Möglichkeit, den Hass und die Angst aus den Herzen der Menschen zu vertreiben, neue Ideen zu zeigen, Wege zu ebnen. Sie ist ein Mittel, auf Bedingungen hinzuweisen, Kritik zu üben oder das Schöne festzuhalten. Fotografie kann heilen, und was wäre Euer Leben schon ohne Fotos? Kein Wunder, dass der Boom wächst und sich dabei leider auch stark in der Qualität verwässert.

All das schwebte mir in vielen Umsetzungsideen vor, doch leider ist mein Traum vom PHOTOPORT geplatzt, da die momentanen Umstände es verhindern und ich nicht über meine Möglichkeiten hinauswachsen kann. Dennoch wird die Idee in mir weiterleben und ich werde sehen, ob ich einen Weg finde, vielleicht Investoren zu gewinnen, die die Vision mit mir teilen, meine Idee gut finden und den Traum mit mir zusammen für uns alle realisieren. Das könnte dann z. B. auf Basis einer PHOTPORT AKTIENGESELLSCHAFT geschehen.

Bitte seht diese Entscheidung nicht als reine Enttäuschung über die Umstände. Ich nehme mir die Zeit, alles für mich zu klären und abzuwiegen, inwieweit bestimmte Bedingungen für mich weiterhin vertretbar sind und was sich weiter umsetzen lässt. Ich werde mich in Kürze mit einem passenden Investor zurückmelden. Bis dahin wünsche ich Euch alles Liebe,

Euer George.

Ich, als Fotograf, habe die Möglichkeit, mit meinen Fotos die Menschen zu berühren und ihnen einen Anlass zum Träumen oder Nachdenken zu geben. Der Grund, warum wir kein besseres Leben für uns erschaffen können, ist der, dass es bereits perfekt ist. Das Problem ist, dass wir diese Vollkommenheit nicht erkennen...

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