25. August 2017 by George Anakin News, Was mich bewegt 0

Liebe Kunden, Geschäftspartner und Freunde!

Liebe Kunden, Geschäftspartner und Freunde!

Ich möchte mich auf diesem Weg bedanken und gleichzeitig verabschieden. Das betrifft weniger meine eigene Präsenz als Künstler und Fotograf als die damit verbundenen Aktivitäten.

Der Beruf und die Berufung sind, trotz der Klangähnlichkeit, zwei verschiedene Bereiche und Barrieren, die nicht verwechselt werden dürfen und die nur manchmal harmonisch ineinander greifen. Hier gilt es dann, seine Grenzen zu kennen, klar zwischen den Ebenen zu unterscheiden.

Der Berufung folgt man, wahrscheinlich ein Leben lang, den Beruf wechselt man, wenn es notwendig wird, da er eine Phase, einen Moment, eine Zwischenlösung im Leben darstellt. Wann also beendet man eine Arbeit? Wenn man sein Ziel erreicht hat. Wenn das, was man angestrebt hat, ausgeschöpft ist und neue Blickwinkel offen stehen, die in eine andere Richtung führen.

In den vergangenen Jahren konnte ich mir als Künstler einen Namen machen, erhielt sehr viele Preise und Auszeichnungen für meine Leistungen und hatte in meine Laufbahn als Fotograf natürlich auch die üblichen Höhen und Tiefen. Ich mochte meinen Job, konnte zahlreiche Ideen verwirklichen und meiner inneren Stimme folgen. Vieles davon fand Anklang und erreichte ein großes Publikum. Ich konnte viele meiner kreativen Ideen verwirklichen, wofür ich dankbar bin.

Dennoch hat die Fotografie meiner Meinung nach einen Punkt erreicht, an dem sie mir wertlos und für meine Zwecke nicht mehr umsetzbar erscheint. Aus diesem Grund werde ich bis auf weiteres meine Dienstleistungen als Fotograf einstellen und mich ausschließlich meiner Tätigkeit als Sachverständiger in diesem Bereich widmen. Selbstverständlich lebe ich mein Leben weiterhin in Fotos und Bildern, aber dies nur noch unentgeltlich und für gute Zwecke, höchstens noch im Sinne der eigenen künstlerischen Entfaltung.

Ich gebe nach wie vor Schulungen und Workshops in den Bereichen „Fotografie“, „Foto- Forensik“ und „Digitale Bildbearbeitung“. Fotoaufträge werde ich künftig dann erst einmal ablehnen. Als Sachverständiger habe ich unparteilich und völlig unbefangen über Fotografien und Fotografen zu urteilen. Dies ist mir nur möglich, wenn ich selbst die Arbeit in der Fotobranche niederlege.

Die Fotografie ist nicht mehr das, was sie einmal war und wie ich sie über einen langen Zeitraum hinweg erleben durfte. Das möchte ich noch einmal klar festhalten, denn ich musste selbst erkennen, wie sich diese Branche mehr und mehr verändert hat, wie die Ansprüche gesunken sind und die Aktualität der Technologie eine Richtung vorgibt, in der fast jeder sich das Smartphone vor die Nase hält, um den aktuellen Stand des Alltag festzuhalten und online zu präsentieren, häufig ohne einen künstlerischen Anspruch. Es geht nicht mehr um Kunst, sondern um das reine Zeigen. Dahinter sinken Wert und Sinn. Viele Bereiche in der Kunst sind davon betroffen. Sie verlieren sich in der Dekadenz der Moderne.

Das Leben, die Welt und vor allen Dingen die Menschen selbst verändern sich in einem Tempo der Höhen und Tiefen, in denen das Schnelllebige zum Trend wird, während das Wesentliche verschwindet und sich gleichermaßen deformiert. Wert wird auf anderes gelegt, auf Moden und Erscheinungsbilder, die ebenso vergänglich sind.

Selbstverständlich arbeite ich weiterhin an meinen Veröffentlichungen zur Fotografie und zur „Forensischen Foto Anthropologie“. Zusammen mit einem Kollegen arbeite ich an einer Software zur automatisierten Gesichtserkennung, und dies wird entscheidende Änderungen in der Fotoidentifikation von Tätern und Opfern mit sich bringen.

Euer George

Ich, als Fotograf, habe die Möglichkeit, mit meinen Fotos die Menschen zu berühren und ihnen einen Anlass zum Träumen oder Nachdenken zu geben. Der Grund, warum wir kein besseres Leben für uns erschaffen können, ist der, dass es bereits perfekt ist. Das Problem ist, dass wir diese Vollkommenheit nicht erkennen...
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